Christmas Toughts

Personally

Genau genommen weiß ich gar nicht, wie ich grade anfangen soll. Oder was ich überhaupt schreiben möchte. Jedoch sitze ich hier, auf dem Bett, mit meinem Laptop auf dem Schoß und habe das Bedürfnis, noch einmal über etwas zu schreiben. Über Weihnachten.Jeder hat eine anderen Bezug zu diesem Fest. Meinen kenne ich ganz genau. Weihnachten war immer das Allergrößte für mich. Ich hatte solche Vorfreude, habe alles geplant und allein den Monat Dezember geliebt- mit all der sinnlichen Stimmung, dem Schnee und der Vorfreude.

Weihnachten ist nicht bloß einfach dieser 24. Dezember, sondern mehr als ein Monat voller Weihnachtsfilme, gebackener Plätzchen, heißem Kakao, winterlichen Kerzen, Weihnachtsliedern, die aus dem Radio trällern, und Vorfreude, mit der ganzen Familie.

Mir hat Weihnachten immer einen Sinn gegeben. Eine Stimmung. Ein Ziel, auf welches man zusteuert. Hoffnung. Es gibt immer einen Grund, glücklich zu sein und sich auf etwas zu freuen, nicht wahr?

Wie die meisten wahrscheinlich schon wissen, liefen meine letzten Monate nicht besonders gut. Im Herbst hatte ich großen Streit mit meinen Eltern und seitdem keinen wirklichen Kontakt. Ich bin in einer WG und die letzten Wochen ist somit nicht besonders viel passiert, außer dass es mir aus diesen private Gründen nicht sehr gut ging. Es machte mir Druck, da nun Weihnachtszeit war.

Schon vor dem Streit, im Oktober, bekam ich langsam Weihnachtsstimmung. Ich liebe schließlich diese Zeit des Jahres, mehr als alles andere. Nachdem es letztes Jahr schon nicht ging, wollte ich wenigstens dieses Jahr wieder wunderschöne Weihnachten haben- wie ich sie aus meiner Kindheit hatte.

Ich weiß noch genau, wie ich als kleines Kind schon im September angefangen habe, mit meiner Oma Weihnachtsfilme zu schauen. Wir kuschelten uns unter eine warme Kuscheldecke, aßen ihre Pralinen und Lindt Schokolade, während wir noch heißen Kakao trunken. Mit meiner anderen Oma bastelte ich selbstgemalte Adventskalender, während im Hintergrund der Kamin knisterte. Wir backten Plätzchen und verzierten sie kunterbunt. Und wir lasen immer zusammen ein großes, aufklappbares Buch, mit 24 kleinen Büchern über Weihnachtsgeschichten mit Mäusen- jeden Tag eins.

Am Weihnachtstag flitzten dann mein Bruder und ich ins Wohnzimmer, und die letzten, großen Türchen der Adventskalender zu öffnen. Wir schauten oft gemeinsam Michel oder Pippi Langstrumpf, während unsere Eltern den Tag vorbereiteten. Ich könnte noch etliche schöne Erinnerungen oder Traditionen aufschreiben, welche ich mit Weihnachten verbinde. Doch ich wusste, dass diese Jahr etwas anders sein wird.

Meine Oma ist im Januar gestorben, ohne sie, wussten wir alle, würde Weihnachten etwas fehlen. Und ich wollte Weihnachten nicht mit meiner Familie verbringen. Veränderungen will man meistens vermeiden, und immer an dem schönen Alten festhalten. Besonders an Weihnachten. Oh ja, das hätte ich mir auch so sehr gewünscht. Es war nur nicht möglich. Und deswegen überlegte ich, was Weihnachten wirklich bedeutet.

Ja, es bedeutet glücklich zu sein, eine Familie zu haben, mit welcher man zusammen ist und die man liebt, viele tolle Geschenke zu bekommen, dankbar zu sein, dass Essen und das Beisammensein von allen zu geniessen.

Von diesem Weihnachten träumt jeder, jeder wünscht es sich so, und nicht anders. Doch immer mehr habe ich realisiert, dass es bei mir nicht so sein wird, und bei vielen anderen auch nicht. Selbst all diese Weihnachtsfilme, die zu festen Traditionen in der Adventszeit geworden sind, scheinen, als würde es dort das perfekte Weihnachten herrschen. Wunderschöne, dekorierte Häuser, Schnee, wie es ihn wirklich nur im Fernsehen geben kann und- die Handlung.  Denn genau da ist es, was die meisten dieser Lieder und Filme ausmacht. Etwas, dass nicht ´einfach Weihnachten´ wäre. Denn wer möchte denn so etwas oberflächliches verfilmen? Es gibt viel mehr Durcheinander, manchmal sogar Streit, Chaos und Dinge laufen daneben. Und genau das, was diese wahren Filme ausmacht, ist das, was man in der Realität fürchtet.

Ein wunderschönes Weihnachtsfest zu verbringen ist eine wunderschöne Erinnerung, die ich mir dieses Jahr auch so sehr erhofft hätte.  Aber vielleicht besteht Weihnachten darin, der Welt eine Zeit bzw. eine Tag zu geben, an dem man das Beste aus dem macht, was man hat und vielleicht sogar dankbar dafür zu sein. Man kann sein Leben oder seine Situation vielleicht nicht ändern, aber man kann diesen Tag nutzen, um glücklich zu sein. Genauso wie der Grinch, Rudolf oder Ebenezer Scrooge. Wer weiß, vielleicht gibt es doch etwas Magisches, was diesen Tag zu einem Besonderen werden lässt.

Ich verbrachte den Tag bei einer Freundin. Ich kannte keinen in ihrer Familie, aber ich war dankbar, dabei sein zu dürfen. Es waren vielleicht nicht meine persönlichen schönen Erinnerungen und Traditionen, die ich innerlich so vermisse, aber es war eine Familie, nette Leute und ein gemütlicher, wunderschöner Abend, den ich Weihnachten erleben durfte, und dafür bin ich dankbar.

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