Was ein Jahr

Personally

Vorerst möchte ich mich einmal dafür entschuldigen, dass zur Zeit eher selten wirklich produktive Blogposts von mir kommen. Momentan ist die Zeit um Weihnachten und Neujahr, und genau das lässt mich sehr viel nachdenken. Mehr, als es mir eigentlich lieb wäre.Bei so ziemlich jeder Person bekommt man heute zu lesen, wie schnell das Jahr 2017 vergangen ist. Was in diesem Jahr passierte. Gutes, wie auch Schlechtes.

Ich habe mein Jahr auch nochmal Revue passieren lassen. Und dabei musste ich realisieren, dass 2017, mit Abstand, nicht das Schönste Jahr für mich war. Aber dafür war es, und da kann ich mir sogar ziemlich sicher sein, das spannendste und ereignisreichste Jahr.

In diesem Jahr ist mehr passiert, als in meinen 15 Jahren zuvor. Ich habe an vier verschiedenen Orten gelebt. Mein Umfeld hat sich geändert. Mein Leben hat sich geändert. Und letztendlich habe ich mich geändert.

Mein Jahr 2017 begann in der Klinik, von Januar bis März. Danach lebte ich in einer Wohngruppe in Aachen, von April bis Juli. Ich zog wieder nach Hause, in meine Heimatstadt, von Juli bis November. Und nun, seit November, lebe ich in der Wohngruppe bei Bochum.

Wenn man die Klinikzeit außer Betracht lässt, lebte ich an drei verschiedenen Orten. Drei Zimmer, in denen ich mich einrichtete. Drei Innenstädte, die ich nun von allen Winkeln auswendig kenne. Drei Schulen, in denen ich mich einfinden musste, verbunden mit einer Menge Lügen, mit denen ich mein plötzliches Herkommen begründete. Ich kann beinahe behaupten, dass mein Jahr in vier Epochen zu teilen ist. Es sind wie verschiedene Leben, denn sogar die Personen, mit denen ich die Zeit verbrachte, sind komplett andere. Nur ich bleib immer ich. Und auch mich hat die Zeit geprägt.

Ich würde gerne davon berichten, dass es in meinem Jahr viele Höhen und Tiefen gab. Aber je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr kann ich sagen, dass mein Leben größtenteils nur aus Tiefen bestand. Tiefen, Rückwürfe, in denen ich mir immer versuchte, noch Höhen aufzubauen. Auch wenn das Jahr fast nur aus diesen Tiefen bestand, konnte ich trotzdem ein paar positive Erinnerungen in diesem Jahr schöpfen.

Es stimmt, dass die Negativen auf jedenfalls überwiegend sind. Meine Oma ist gestorben, ich war in der Psychiatrie, ich musste gegen meinen Willen in eine WG, ich hatte zu Hause seht viel Streit und letzendlich ist das Jahr nicht so geendet, wie ich es erwartet und erhofft habe. Und deswegen fällt es mir auch nicht so schwer, das Jahr hinter mir zu lassen.

Aber ich kann sagen, dass es sicherlich nicht so schlimm endete wie das letzte Jahr, in welchem ich Silvester in der Klinik verbrachte. Zwar ist mein Leben nicht so gekommen wie ich es mir mit Sicherheit erwünscht hatte, aber dadurch habe ich viel gelernt.

2017 habe ich viele Menschen kennengelernt. Sehr viele Menschen. Wie es eben so ist, wenn man sozusagen in vier verschiedene Umfelder gestürzt wird. Aber so gut wie alle Menschen, die auf meiner Seite stehen und denen ich vertrauen kann, kenne ich erst seit diesem Jahr. Und  ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich die Menschen kennenlernen durfte, die in diesen anstrengenden Zeiten mein Halt waren.

Was ich von 2018 erwarte? Ich weiß es nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es enden wird. Genau genommen bin ich mir nicht sicher, was überhaupt in ein paar Monaten sein wird. ich weiß nicht, an wie viele Orte ich 2018 komme, wieviele positiven und negativen Erfahrungen ich machen werde. Aber natürlich hoffe ich, dass dieses Jahr endlich besser wird.

2017 war hart. Ich habe viel erlebt, aber nun weiß ich fest, was ich in diesem Jahr gelernt habe, mehr als alles andere. Ich habe gelernt, dass ich für mich selber kämpfen muss. Für all die Hoffnung und Ziele, die ich habe, bin ich mein Glückes Schmied, ganz allein. Und es ist möglich.

Also, 2018, mein einziger, und somit wichtigster Vorsatz ist, dass ich zu Ende diesen Jahres schreiben kann, dass ich gekämpft habe. Und das es sich endlich gelohnt hat.

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