Mir liegt etwas auf dem Herzen.

Personally

Als kleine Vorwarnung: Das hier ist ein Text, wie er bestimmt schon tausend Male im Internet steht. Es ist auch nichts Neues, oder besonders Spannendes. Aber dennoch finde ich es wichtig, und es ist etwas, dass mich momentan sehr beschäftigt.Um ehrlich zu sein, hatte ich solch einen Blogpost für heute nicht geplant. Und die Tatsache, dass ich ihn nun doch verfasse, ist sehr spontan. Das Thema ist nicht neu entstanden, jedoch habe ich das Bedürfnis, darüber zu schreiben. Es ist wichtig, dass ich noch einmal erwähne, dass es bloß meine eigene Meinung und Überzeugung ist, mit welcher ich niemanden persönlich angreifen oder manipulieren möchte.

Das ich mich vegetarisch ernähre, ist nichts neues. Das ich darüber nachdenke, vegan zu leben, auch nicht (siehe älteren Blogpost). Zur Zeit ernähre ich mich nicht komplett vegan, aber aus anderen Gründen. Ich würde jedoch sagen, dass ich mich schon zu 70-80% vegan ernähre, mir anderweitig nur vegane und tierversuchsfreie Produkte kaufe und für mich feststeht, dass ich in Zukunft komplett vegan leben möchte.

Zur Zeit mache ich mir über solche Themen extrem viele Gedanken. Jeden Tag. Und das ist der Grund, weswegen ich das hier schreibe. Neben den Tieren, beschäftigt mich auch viel das Thema um die Klimaveränderung.

Wir haben nur diesen einen, wertvollen Planeten, und wir tun soviel, wodurch wir ihn zerstören. Und wir wissen es, und trotzdem ist es uns egal. Selbst in der Schule nehmen wir in vielen Fächern dieses Thema durch und es erschreckt mich, wie oft sich Mitschüler über Veganer, Ökos oder die Klimaveränderung lustig machen. Es spiegelt aber unsere Gesellschaft wieder. Es wäre durchaus machbar, auf eine Menge Strom, Plastik und Fleisch zu verzichten. Soviel ließe sich dadurch ändern. Soviel wichtiges. Doch das sehen die Menschen nicht. Sie wollen es nicht sehen, da es so, wie sie leben, einfach besser ist.

Jeder lebt in seinem eigenen Universum, indem es sich um sein eigenes Leben und sein Wohl dreht. Jeder möchte leben, und das so gut und einfach, wie es nur geht. Was später, oder woanders passiert, ist dafür nicht wichtig, oder? Man hat nur dieses eine Leben, und es ist so wertvoll. Deswegen isst man Fleisch, weil es einem schmeckt, und darauf verzichten nur Umstände bereiten würde. Es ist viel einfacher, jegliche Kosmetik zu kaufen, ohne sich mit Tierversuchen auseinander zu setzen. Es ist alles unkomplizierter, wenn man einfach lebt, ohne sich allem bewusst zu sein. Ohne darüber nachzudenken, was wegen all den Plastiktüten, die ich mir im Supermarkt mitnehme und anschließend wegschmeisse, passiert. Ohne darüber nachzudenken, dass der leckere Burger, den ich mir genüsslich in den Mund schiebe, mal ein Lebewesen war, welches den Schmerz spürte, während man es schlachtete. Ohne darüber nachzudenken,  wieviel unnötiger Strom verbraucht wurde, nur weil ich keine Lust hatte, mich zu bücken und die Lichterkette auszustöpseln, und deswegen soviel gefährliche Atomkraftwerke genutzt werden müssen.

Man hat nur dieses eine Leben. Es ist begrenzt, und unendlich wertvoll. Jeder steckt in seiner eigenen Haut, hat sein eigenes Umfeld, seine eigenen Gedanken, seine eigenen Pläne, Hoffnungen, Ziele und Gefühle. Das Leben ist wertvoll, und es wäre unvorstellbar, nun einfach zu sterben, und alles wäre vorbei. Nicht wahr?

Und genauso ist es bei Tieren. Sie wollen leben, und da ist es ganz egal, was für ein Leben es ist. Ob ein Leben eines Menschen, oder eines Tieres, es ist ein Leben. Ein richtiges, wertvolles Leben (okay, oft genug dieses Wort benutzt). So, wie man es nur einmal bekommt. Stell dir vor, man würde Dich nun in einen Käfig drängen und anschließend gewaltvoll töten. Unvorstellbar, nicht wahr? Du hast doch noch Träume und Pläne. Du möchtest leben, es geniessen, und viele schöne Erinnerungen sammeln. Zeit mit Menschen verbringen, die Du liebst. Und nicht spüren, wie man dich schmerzvoll tötet, damit Du als Tiefkühl Burger Patties im Supermarkt landest, und man bestenfalls gedankenlos die Hälfte später wegschmeisst, weil sie nicht so gut schmeckten.

Ist es bei Tieren anders? Stell dir einen kuscheligen, süßen, kleinen Hund vor. Oder dein Lieblingstier. Wie es Dir vertraut in die Augen blickt, und sich an Dich schmiegt. Könntest du Dir vorstellen, es nun einfach zu töten? Nein, niemals. Und wieso? Was ist der Unterschied, zwischen diesem kleinen Haustier, und einem Schwein? Keiner. Schweine sehen anders aus, haben andere Eigenschaften. Aber es ist ein Lebewesen. Es hat Gefühle, und es will leben. Doch wir töten es. Der einzige Unterscheid zwicchen dem Hund und dem Schwein ist vielleicht das Aussehen, aber keineswegs die Gedanken oder Gefühle. Es ist ein Leben. Das Schwein lebt in seinem eigenen, persönlichen Universum, wie wir Menschen. Und jeden Tag, werden Zahlen von diesen wertvollen Leben vernichtet, die ich lieber nicht einmal wissen mag.

Ich kenne jemanden, der ein Schwein als Haustier hat. Es ist ganz egal ob es ein Hund, eine Katze, ein Schwein, eine Kuh oder eine Spinne ist. Es sind alles Lebewesen, genau wie wir Menschen. Sie verspüren Liebe, Angst, und Schmerz. Ich stelle mir immer wieder die Frage, wieviel es das alles wert ist. Wie auf einer Waage. Ist es das wert, einem liebevollen, unschuldigen Tier, sein eigenes Leben wegzunehmen, damit irgendwer einen Döner essen kann? Was ist wichtiger, dieses leckere Fleisch oder das Leben? 

Für mich gibt es nur eine Antwort darauf. Ich wünschte mir, alle Leute würden sich diese Frage stellen. Die Zahl, wieviele Tiere ihr Leben aufgeben müssen, für einen einzelnen Menschen, welcher jeden Tag etwas Fleisch isst, auch wenn es mal nur eine Currywurst oder Salami auf dem Butterbrot ist. Es ist nicht nur ein einzelnes Schwein, welches für einen bloßen Menschen sterben muss. Der Mensch isst in seinem einzelnen Leben soviel Fleisch, dass Unmengen an Tiere für diesen Menschen ihr Existenz aufgeben mussten. Ist es das wert?

Der Grund, weshalb ich niemals wieder Fleischessen werde, ist, weil ich die Anzahl der Leben, die für mich aufgegeben werden mussten, möglichst gering halten möchte.

Und genauso ist es bei mir auch mit all den anderen Themen. Mir wird immer mehr bewusst, und ich weiß, dass wir alle etwas ändern müssen. Wir können es ändern, es ist möglich. Aber dafür muss man bereit sein, auch Umstände und Einschränkungen einzugehen und sich zu bemühen. Nicht einfach den einfachsten Weg wählen. Denn so wird es bald keine Zukunft mehr geben. Wir müssen aus unserem persönlichen, egoistischem Universum heraus, in welchem wir auf natürliche Weise leben.

Stell Dir vor, Du würdest auf einmal vor all dem stehen, was Du verursacht hast. Auf einmal stehen vor dir all die Tiere, die Du in deinem bisherigen Leben gegessen hast. Daneben ist ein Haufen mit all dem überflüssigem Plastik und Müll, den Du verbraucht hast. Daneben das ganze Wasser, wahrscheinlich ein großer Fluss oder See sogar, welches du unnötig verschwendet hast, und wodurch etliche Leben in Dürregebieten gerettet werden könnten. Es gibt noch etliche andere Ansammlungen, mit denen Du konfrontiert werden könntet.

Aber all diese Dinge sehen wir nicht. Wir sehen nicht, wie dem Rind gewaltvoll die Kehle aufgeschlitzt wird, damit das ganze Blut heraus läuft, und das Rind dabei noch nicht einmal vollständig betäubt ist. Wir sehen bloß die leckeren Fleischbällchen, welche wir gerne zu Nudeln mit Tomatensauce essen. Wir sehen nicht, wie Menschen aufgrund der Anstrengung und gefährlichen Chemikalien in der Produktion zusammenbrechen. Wir sehen bloß die neue, günstige Jeans, welche wir uns spontan kaufen. Wir sehen nicht, wie in Meer ganze Teppiche aus Müll entstehen, an denen immer mehr Fische sterben. Wir sehen bloß unseren leckeren Schokoriegel, wessen doppelte Verpackung wir einfach wegschmeißen. Wir sehen nicht, wie unsere Welt immer mehr zerstört wird und sich das Ozonloch vergrößert, wir sehen bloß uns, unsere Zufriedenheit und unser Leben. Weil alles doch so verständlich ist, oder?

Was ich genau mit diesem Gedanken-Wirr War aussagen möchte, weiß ich gerade selber nicht. Es tut mir leid, wenn es etwas durcheinander, komisch oder gar angreifend wirken sollte.

Wir können nicht alles ändern. Aber jedem einzelnen muss das alles bewusst werden, denn wir sind die, die damit anfangen müssen, damit wir etwas ändern können. Es sollte unsere selbstverständliche Aufgabe sein, der wir bewusst werden müssen.

2 Gedanken zu “Mir liegt etwas auf dem Herzen.

  1. Tatsächlich haben Tiere keine Gefühle und Zukunftspläne. Sie haben Emotionen und eine Empfindungsfähigkeit. Und tatsächlich Rechte, diejenigen, die wir als eine Tierart (!) mit Fähigkeit auf Moral und Ethik auf sie projiziert haben. Man könnte sagen, das Ausbeuten von anderen Arten ist nur ein Akt der Natürlichkeit. Was natürlich komplette Pseudo-Scheiße ist, dadurch, dass wir als Spezies schon längst jede Natürlichkeit aufgegeben haben; das von uns erfundene (oder gefundene) Prinzip des Konsums um jeden Preis, zu einem möglichst niedrigen Nachteil unsererseits ist völlig außer Kontrolle geraten. Leider sind es nicht wir (wir jetzt als Menschen in Industrieländern), die die Auswirkungen davon spüren, sondern Menschen auf der anderen Seite des Erdballs, die ausgebeutet werden und leiden, die Erde, die von Müll überschwemmt wird und natürlich Tiere, unsere längst-nicht-mehr-natürliche Essensquelle, die widerlich und grausam behandelt werden ermordet werden (ein Wort, das übrigens niemand in diesem Kontext benutzt. Warum eigentlich?), da hast du Recht.
    Und ich bewundere die Inbrunst, mit der du deine Überzeugung in deinem Leben und auf deinem Blog vertrittst.
    Viele Grüße 🙂

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