Vegan For A Week- Meine Erfahrung

Personally

Gerade sitze ich in meinem Lieblingscafé, trinke einen Cappuccino und schreibe an meinem Laptop. Dabei kam mir der Gedanke, dass ich mal wieder einen neuen Blogpost veröffentlichen könnte. Vor allem, da in den letzten Wochen ziemlich wenig von mir kam. Doch worüber könnte ich schreiben? Habe ich etwas Interessantes, über das ich berichten könnte?

Wenn ich ehrlich bin, ist mir zuerst nicht wirklich etwas eingefallen. Dann dachte ich an mein Vorhaben in den Ferien, mich eine Woche Vegan zu ernähren. Diese Woche ist nun seit ein paar Tagen vorüber. Wie es für mich war? Vegan ist inzwischen kein neuer Trend mehr. Auf Instagram, im Fernsehen, und sogar in den Geschäften hört man immer öfter von dem Begriff (sogar mein Cappuccino ist mit Sojamilch, aber das ist selbst in Cafés und einigen Bäckereien keine Seltenheit mehr).

Es gibt etliche Blogbeiträge, Selbstexperimente, Videos und- vorallem- Meinungen darüber. Für die Einen sind es Ökos, für die Anderen Vorbilder. Und auch ich muss sagen, dass ich einen großen Respekt vor den Leuten habe, die sich aus Überzeugung strikt daran halten. Auch, wenn das ganze Thema keine neuen Überzeugungsgründe mit sich bringt, musste ich besonders im letzten Jahr immer mehr, sogar fast täglich, über die Argumente für eine vegane Ernährung nachdenken. Und auch all die anderen Aspekte, die sich besonders an der Umwelt und der globalen Zukunft orientieren (dazu habe ich ja bereits vor vielen Monaten etwas geschrieben).

Mir war bewusst, dass auch ich etwas dazu beitragen kann. Es ist der Egoismus, der die meisten Menschen vor solch einem Schritt hindert. Doch in den meisten Fällen kann man den Menschen gar keinen Vorwurf machen, denn Egoismus ist etwas Menschliches, in jedem Gehirn fest verankert. Keiner kann sich komplett davon lösen. Doch man kann selber Erkenntnis darüber erlangen und darüber nachdenken, was man tut und tun kann. Kann auch ich, als kleiner, einziger Mensch unter 7 Milliarden dazu beitragen, die Welt zu verbessern oder auch in Zukunft in einem (halbwegs) guten Zustand zu erhalten? Wieso sollte ich mich diszipliniert engagieren, wenn es so viele nicht tun? Das ist der Gedanke, der viele Menschen daran hindert. Aber wenn alle so denken, wird sich nie etwas verbessern, habe ich Recht?

Keiner kann sich immer richtig oder vorbildlich verhalten. Das ist gar unmöglich. Doch ich habe mich intensiver damit beschäftigt, wie ich positiv dazu beitragen kann. Dabei ging es mir nicht nur um die vegane Ernährung. Ich habe auch darauf geachtet, des Weiteren tierfreie Produkte und Kosmetik zu kaufen, so wenig Müll (vollem Plastik) wie möglich zu verschwenden und generell bewusster zu konsumieren. Im Prinzip ist das alles ein kleiner Schritt, den ich (zugegebenermaßen) dauerhaft durchhalten müsste – und genauso der Großteil der Menschheit. Es stimmt, dass im Supermarkt viele Produkte mehrfach in Plastik verpackt sind und wir uns automatisch denken, dass wir keine andere Möglichkeit haben, als sie so zu kaufen. Schließlich ist es dann nur Schuld der Firma, oder?

Rational müsste man sich jedoch genauso eingestehen, dass wir durch den Kauf die Firma unterstützten und wir ihr weiterhin Marktmacht verleihen, sodass die Produktion zum Beispiel von dicken, unnötigen Verpackungen, Fleisch aus Massentierhaltung etc weiterhin erfolgt. Und wieso kaufen wir es trotzdem? Weil es einfacher ist und günstiger? Meistens ja. Natürlich. Aber das kann man kaum einem vorwerfen- das ist der Egoismus, den man meistens nicht einmal wahrnimmt. Und das Gefühl, machtlos zu sein. Doch das ist man nicht.

Und auch so habe ich darauf geachtet, im Supermarkt die nachhaltigsten Produkte zu kaufen, so wenig Plastik wie möglich zu produzieren, und trotzdem meinen gewohnten Lifestyle weiterzuführen. Für den Umweltaspekt kann ich besonders Unverpacktläden empfehlen, welche es in den meisten Großstädten bereits gibt. Aber selbst darauf zu achten, welche Verpackung nachhaltiger ist, ist bereits eine wichtige Einsicht. Und vegane Ernährung ist heutzutage ehrlich gesagt gar nicht mehr wirklich schwer- in den Supermärkten reicht die Pallete von Milchalternativen über Käse bis zu Süßigkeiten, und in den meisten Fällen ist es nicht einmal teurer (dazu kann ich auch besonders gut Videos zu Süßigkeiten empfehlen, die aus versehen vegan sind).

Besonders im Sommer liebe ich es, viel frisches Obst zu essen. In der veganen Woche ist mir aufgefallen, dass ich automatisch sehr viel vitaminreiches Obst und Gemüse gegessen habe. Dadurch habe ich mich meistens sogar viel aktiver gefühlt. Generell fiel es mir nicht sonderlich schwer, mich auf diese Ernährung umzustellen. Bei mir hat es sogar eher Spaß geweckt, mich damit genauer zu beschäftigen und vegane Rezepte und Ideen zu sammeln. Für mich bedeutet der Begriff Vegan nicht bloß, auf Fleisch, Milch und Eier zu verzichten, sondern generell bewusst, zukunftsorientiert und empathisch zu leben. Ich kann sagen, dass es in mir ein positives Gefühl geweckt hat und ich mir bewusst darüber war, dass ich es aus einem bestimmten Grund machte.

Und jetzt? Die Woche ist vorüber und ich kann gestehen, dass ich nicht komplett vegan weiterlebe. Generell bin ich sehr überzeugt davon, jedoch befinde ich mich momentan nicht in der besten Gelegenheit, auf komplett Vegan umzusteigen. Es wird in Zukunft ein festes Vorhaben von mir sein, doch momentan ist mir besonders der soziale Aspekt wichtig. Ich mache viel mit Freunden und anderen Leuten und möchte die Zeit und Erinnerungen geniessen können und mich dabei nicht durch das Essen zu sehr einschränken. Privat ernähre ich mich größtenteils vegan, aber verbiete mir nicht, auch Schokolade und andere Sachen ab und zu zu essen, die mir gut schmecken.

Ich kann es jedem and Herz legen, sich selber bewusst Gedanken über den eigenen Konsum im Allgemeinen zu machen und welche Auswirkungen es auch auf unsere Zukunft haben kann. Keineswegs will ich hier Vorwürfe machen- sondern bloß anregen und inspirieren, es vielleicht selber einmal zu versuchen. Wer weiß, vielleicht geht es euch damit besser, als ihr erwarten würdet?

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